Schweizerische Kakteen-Gesellschaft • Association Suisse des Cactophiles • Swiss Cactus Association | ||
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Kakteen - Ausstellung in Basel und 75 Jahre Schweizerische Kakteen Gesellschaft
Vom 02. bis 05. Juni durfte die Schweizerische Kakteen Gesellschaft für ihre 75-Jahr-Feier im "Botanischen Garten der Universität" in Basel das Gastrecht geniessen. Dieser 1589 gegründete Botanische Garten gehört zu den zehn ältesten weltweit. Im typisch mittelgrossen und schmucken Universitätsgarten (0,75 ha) finden sich im Freiland ein Alpinum, eine systematische Abteilung, ein kleiner Mittelmeergarten sowie ein Farnweg und verschiedene weitere Anlagen mit Stauden und Gehölzen. Der hohe Anteil an Gewächshausfläche erlaubt die Kultur von rund 8'000 Pflanzenarten. Das Tropenhaus ist eine ausserordentlich schöne Anlage, welche die Üppigkeit der Tropenvegetation vermittelt. Viele Tiere bewegen sich heute darin (Vögel, Frösche, Echsen). Das Viktoriahaus beherbergt zahlreichetropische Wasserpflanzen. Der Sukkulentenbestand im Sukkulentenhaus deckt die ganze Bandbreite an Wuchsformen ab.
Der "Verein Botanischer Garten beim Spalentor" besteht seit 1998. Er besorgt die Öffentlichkeitsarbeit des Botanischen Gartens und war zusammen mit der Ortsgruppe beider Basel Organisator der mit dem 75-Jahr-Jubiläum verbundenen Kakteenausstellung. Das Resultat der gemeinsamen Anstrengungen war eine ausgesprochen vielseitige Veranstaltung, die in der Folge kurz vorgestellt werden soll.
In einem in diesem Frühjahr neu errichteten Seitengewächshaus wurde die "Biologie der Kakteen" vorgestellt. Die Themen reichten von "Lebensraum", "Dornen", "Blüten", bis hin zu "Naturschutz" und "Nutzung". Zu jedem Thema gab es eine illustrierte Tafel und zahlreiche Exponate. Weitere Tafeln befanden sich im Garten verteilt, wo sich auch die zugehörigen Pflanzen befanden: "Epiphyten", "Opuntien" oder "Wuchsformen". Kommentarlose Bilddokumentationen zu den Themen "Lebensraum", "Früchte" oder über die Gliederung der Familie der Cactaceae waren ebenfalls im Garten anzutreffen.
Kakteen waren an mehreren Orten zu sehen. Zunächst natürlich im Sukkulentenhaus. Die Hochbeetkästen zeigten Raritäten und besonders wertvolle Sammler-Stücke. In Frühbeetkästen wurden die Kakteen nach ihrer geographischen Herkunft gezeigt. Je ein "Balkon" und "Fensterbrett" wurde liebevoll nachgebaut. Sie illustrierten, wie man auch ohne Gewächshaus eine reiche Privatsammlung aufbauen kann. Etwas ausserhalb des Botanischen Gartens gab es einen grossen Pflanzenverkauf. 3 Erwerbsgärtner und 8 private Anbieter, sowie die Ortsgruppe beider Basel verkauften ihr reichhaltiges Sortiment an viele Interessierte. Dort befand sich auch eine Zusatz- und wohl in dieser Art einmalige "Kakteenausstellung". Helmut Bannwarth zeigte zum Thema Kakteen seine Pin-, Hansruedi Fehlmann seine Briefmarkensammlung und Toni Hofer stellte seine bis zu 500 Jahre alten Bilder zum Thema aus. Die Leidenschaft für Kakteen kann sich offensichtlich auf andere Gebiete ausweiten.
Im Hörsaal des Botanischen Institutes fanden im 2-Stunden-Takt Vorträge statt. Im Infozelt gab es Kurzpräsentationen und Einführungen zu Kulturfragen der Kakteen. In einem weiteren Gewächshaus befand sich der Infostand der SKG und der Ortsgruppe beider Basel, sowie eine weitere Sonderausstellung zur Entdeckung der Kakteen und zur Vereinsgeschichte.
Man konnte lesen, dass die Ortsgruppe beider Basel die älteste Vereinigung der 20 Ortsgruppen in der Schweiz ist. Sie besteht nämlich bereits seit 1916 und war zusammen mit den Ortsgruppen Zürich und Zurzach sehr aktiv bei der Gründung der "SKG" beteiligt. Die Ortsgruppe hielt fest, dass neben den Bemühungen, Kakteen und andere Sukkulenten zu erhalten und zu pflegen, auch die Pflege der freundschaftlichen Beziehungen unter den Mitgliedern wichtig ist. Die Basler Ortsgruppe unterhält ebenso freundschaftliche Beziehungen zu vielen Og's in der näheren und weiteren Umgebung und ganz besonders auch zur DKG-Ortsgruppe in Freiburg im Breisgau.
Mitglieder der Ortsgruppe betreuten einen Souvenirstand mit sehr liebevoll hergestellten Kakteenutensilien oder Gebrauchsgegenständen. Ebenso wurde von Mitgliedern ein Kaktusbeizli geführt wo man sich bei Speis und Trank eine kleine Pause gönnen konnte. Als Spezialität wurde dort ein "Nopalitos-Salat" aus jungen Opuntientrieben angeboten.
Neben diesem vielseitigen Angebot, welches täglich von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr zu besuchen war, fanden zusätzliche Programmpunkte statt. Am Freitag und Samstag zum Beispiel war der Garten jeweils bis Mitternacht offen, wo die Königin der Nacht, Selenicereus grandiflorus, zu bewundern sein sollte. Am Freitag gab es zwar eine blühende Königin zu bestaunen, doch schreckte der angekündigte und dann auch später wütende Sturm viele Besucher ab. Am Samstag war es noch schlimmer, es gab keine blühende Königin. Dr. Heinz Schneider, Kustos des Botanischen Gartens, konnte kurzfristig aber im Viktoriahaus eine eben erblühte und ebenso imposante Amazonas-Seerose, Victoria regia mit ihren bis zu 2 Meter grossen Schwimmblättern als Vergleichspflanze vorstellen und in mehreren Kurzeinsätzen, im Wasserbecken stehend, interessante Informationen beisteuern.
Zur gleichen Zeit fand als Parallelveranstaltung die eigentliche 75-Jahr-Feier statt, mit vielen geladenen Gästen aus dem In- und Ausland. Mit Barbara Dietsch und Wolfgang Papsch feierten auch die beiden Vorsitzenden der DKG und GÖK mit. Auch Stefan Wiesser, Vorsitzender unserer Freiburger Kakteenfreunde, sowie viele Ehrengäste der SKG und der Ortsgruppe beider Basel konnten in der Folge ein interessantes Programm erleben, dessen Schilderung ich dem anschliessenden Bericht von Gottfried Zimmerhäckel, Ehrengast der SKG, überlassen will.
Die eigentliche Jahreshauptversammlung war wie jedes Jahr in sehr ruhiger und fairer Atmosphäre und ohne nennenswerte Vorkommnisse am Sonntag morgen im Hörsaal der Universität über die Bühne gegangen.
Als einziger Wermutstropfen bleiben die nicht erreichten Besucherzahlen zu nennen. In ähnlichem Rahmen durchgeführte Vergleichsausstellungen im Botanischen Garten liessen auf wesentlich mehr Besucher hoffen. Vor allem hätte ich mir für unsere Referenten viel mehr Zuhörer gewünscht. Aber wir haben unsere Leute, die SKG- und Ortsgruppenmitglieder mobilisieren können. Unser Gästebuch zeigte, dass Besucher fast aus der ganzen Schweiz angereist sind. Speziell gefreut hat es mich, dass so viele Besucher aus der welschen Schweiz, aus Österreich und insbesondere viele Ortsgruppen aus Deutschland angereist sind. Auch Einträge aus Holland oder England konnten wir entziffern. Ich habe mich besonders über die vielen neuen Bekanntschaften und über jeden Besuch gefreut. Besten Dank!
Alles in Allem kann ich auf eine gelungene und, wenn ich den Wortlaut der Herren Professoren der Universität Basel, Wiemken und Boller gebrauchen darf, fachlich sehr hochstehende Ausstellung zurückblicken. In gut zweijähriger Vorbereitung mit am Schluss von Seiten der SKG und der Ortsgruppe beider Basel 93 engagierten Helferinnen und Helfern kam es zu keinen nennenswerten Zwischenfällen. Alle halfen vorzüglich mit und zogen am selben Strick. Die Gemeinschaft ist zusammengerückt. All ihnen gilt mein ganz spezieller Dank. Beim Helferessen im Juni wurde die gute Zusammenarbeit gebührend gefeiert!
Mein ganz spezieller Dank gilt Dr. Heinz Schneider, Kustos des Botanischen Gartens der Universität; Dr. Annekäthi Heitz, Präsidentin Verein Botanischer Garten beim Spalentor; Bruno Erny, Leiter Botanischer Garten der Universität und den beiden Vorständen der SKG und der Ortsgruppe beider Basel. Ohne eine so tolerante und zuvorkommende Zusammenarbeit wäre eine Ausstellung in diesem Rahmen nie durchführbar gewesen.
Ein weiterer Dank geht an die Sukkulentensammlung in Zürich für die grossartige Unterstützung und die vielen Leihgaben. Danke allen Gruppenverantwortlichen und Gruppenmitgliedern sowie ihren Helferinnen und Helfern, den Aussteller und den Referenten, allen Autoren der Biologietafeln, den Infozelt-Referenten und allen Verkäufern. Sie alle haben die Ausstellung zusätzlich aufgewertet.
Ich darf Sie noch auf die völlig neu gestaltete Homepage der SKG www.kakteen.org verweisen, wo Sie zur Ausstellung und der 75-Jahrfeier weitere Bilder betrachten können. Zum Schluss wünsche ich der Ortsgruppe Luzern-Zentralschweiz für die Organisation und Durchführung der 76. JHV der SKG in Hergiswil genauso tolle Erfahrungen und dass wir uns dort alle wieder treffen können.
Rolli Stuber Präsident Schweizerische Kakteengesellschaft Ortsgruppe beider Basel, Vizepräsident Schweizerische Kakteengesellschaft.
75 Jahre Schweizerische Kakteengesellschaft
Eindrücke der Ausstellung und vom Gala-Abend von Gottfried Zimmerhäckel OG Luzern
In nur kurzer Entfernung vom Botanischen Garten, im Hotel Bildungszentrum21, wo auch fast alle auswärtigen Gäste untergebracht waren, fand im Auditorium ein grosser Kakteen- und Sukkulenten Verkauf statt. Viele unserer bekannten Anbieter sowie zwei deutsche Kakteengärtnereien präsentierten ein reichhaltiges Sortiment.
Im Botanischen Garten beim Spalentor ging es dann richtig los. Nebst den bestehenden Anlagen des Gartens hatten die Verantwortlichen des Botanischen Gartens und Mitglieder der SKG und der Ortsgruppe beider Basel gewirkt. Zum Thema Kakteen war z.B. eine Karte der "Neuen Welt" mit lebenden Pflanzen entsprechend ihren Vorkommen sehr verständlich und informativ dargestellt. Es wurden Kakteen mit verschiedenen Wurzelsystemen, wie Flachwurzler oder Rübenwurzler vorgestellt.
Im Informationszelt konnte man, wie in einem Workshop, zur Pflege von Kakteen einiges mehr erfahren, was besonders für Gäste, die noch keine grossen Erfahrungen mit Kakteen oder Sukkulenten haben, sehr wertvoll war. Auch für schon erfahrene Kaktüsseler gab es viele weitere Informationsmöglichkeiten. Man konnte in der Tat auch alles Wichtige über Kakteen und ihre Pflege beim "Kakteen-Doktor" erfragen. Versierte Mitglieder der Ortsgruppe beider Basel gaben fachkundig über allerlei Kulturfragen Auskunft.
Ein immer wieder faszinierendes Erlebnis ist es, die Blüte einer "Königin der Nacht", vom Erblühen bis zur vollen Entfaltung zu beobachten. Am Freitagabend konnte ich diesem Schauspiel beiwohnen.
Aus verschiedenen Blickwinkeln wichtig, die Gartenwirtschaft! Die Basler Kaktüsslerinnen und Kaktüssler alle in freundlichem, leuchtend gelbem T Shirt mit gesticktem Vereinslogo, wirkten fleissig hinter der Theke. Die Gäste genossen bei Speis und Trank und unter ausgiebigem Geplauder das Ambiente, den schönen Tag und die Gemeinschaft.
Am späteren Samstagnachmittag begann dann das Rahmenprogramm des Gala-Abends. Wir trafen uns direkt beim Botanischen Garten an der Tramhaltestelle Spalentor zu einer Stadtrundfahrt mit zwei historischen Tramzügen. Dabei war auch ein offener Anhänger, das "Badwännli".
Im markanten Rathaus von Basel aus dem 16. Jahrhundert wurden wir im ehrwürdigen Grossratssaal vom Vertreter des Regierungsrates Emanuel Trueb, Amtsleiter der Stadtgärtnerei, begrüsst. Er überbrachte uns auch das Grusswort des Basler Regierungsrates. Die Stadt lud anschliessend zum Apéro ein, unter anderem mit "Stadtwein" - aus dem Badischen, da Basel-Stadt schlicht keinen Platz für Weinbau hat. Nun war wieder Gelegenheit zum smalltalk.
Nur einige Meter vom Rathaus entfernt, im historischen Restaurant "Safran-Zunft" fand kurze Zeit später die offizielle Begrüssung der 125 Gäste zum 75-Jahr-Jubiläum der SKG statt. Der tolle Organisator, Rolli Stuber, begrüsste die Festgemeinde, insbesondere die Ehren- und geladenen Gäste. Der Präsident der SKG, René Deubelbeiss, zeigte im Anschluss kurz die Geschichte der SKG auf.
Jetzt übernahmen Messer und Gabel das Zepter. Zwischen den einzelnen Gängen des feinen Menus versuchte der "Mondbuur" (Mondbauer), alias Peter Jörger nach alter Basler Fasnachtstradition zu intrigieren. Colette Greder, Basler Schauspielerin und Sängerin bot die ersten drei Lieder in Dialekt dar. Nicht nur Rollis Wunschlied "I mecht so gärn e Latärne si!" begeisterte das Publikum. Als sie dann zum Abschluss noch drei Lieder von Edith Piaf sang, waren auch die welschen Kakteenfreunde aus dem Häuschen, und Colette Greder sang sich zur "Königin der Nacht".
So ein Tag, so wunderschön wie Heute, so ein Tag, auch dieser wird vergeh'n. So hätten wir singen können. Nach dem Ende dieses sehr gelungenen Geburtstagsfestes reichte es den Einen noch für einen Sprung in den Botanischen Garten, die Anderen suchten eher das Hotelzimmer auf und wieder andere genossen noch Basel by night.
Eine tolle Vorbereitung und Organisation, ein reibungsloser Ablauf des Festes. Da bleibt nur ein grosses Dankeschön an alle Basler Beteiligten um de S(t)uber Rolli.
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