Die Geschichte der SKG

 

Die SKG von 1930-1990

 

Nach der Gründung der Gesellschaft Schweizerischer Kakteen- und Sukkulenten-Freunde (GSKF) am 7. Dezember 1930 bildeten sich 1931 die ersten Ortsgruppen, so dass Ende 1931 sieben Ortsgruppen mit 270 Mitgliedern bestanden. Das offizielle Organ war der “Schweizer Garten‘. Allerdings waren die Mitglieder mit dieser Zeitschrift nicht so recht zufrieden, so dass die meisten weiterhin die Monatsschrift der DKG zum Preise von Fr. 8.-- bezogen. Der Jahresbeitrag für die GSKF betrug 50 Rappen. Kein Wunder, dass an jeder Jahreshauptversammlung (JHV) von Geldmangel die Rede war. 1931 trat die GSKF der Schweizerischen Botanischen Gesellschaft bei, in der Hoffnung, dadurch neue Mitglieder zu werben.

1932 entstand das erste Vereinsabzeichen, und im gleichen Jahr kaufte die GSKF von Dr. W. Röder eine Diaserie mit 60 Bildern. Eigentlich war dies der Grundstock der Diathek.

1934 erlebte die GSKF eine Krise. Der erste Präsident, Paul Rosenmund, wollte krankheitshalber zurücktreten, aber die JHV bestimmte ihn für weitere zwei Jahre zum Präsidenten. Am 10. Oktober legte er jedoch definitiv sein Amt nieder. So wurde am 16. Dezember in Luzern Hans Krainz zum Präsidenten gewählt. Als Kuriosum verdient diese Wahl besondere Beachtung: Hans Krainz war weder Mitglied der OG Zürich noch der GSKF. Im Protokoll der Mitgliederversammlung der OG Zürich vom 7. Dezember steht: “Nach gepflogener Diskussion beschliesst die Versammlung mit Handmehr Zustimmung zur Nomination von Herrn Obergärtner Krainz mit dem Vorbehalt natürlich, dass der Genannte selbst einverstanden und bereit ist, Mitglied bei unserer Gesellschaft zu werden, und für den Fall, dass an der a. o. Hauptversammlung in Luzern keine andere aussichtsreiche Kandidatur aufgestellt wird.‘ In der Folge prägte Hans Krainz und mit ihm eng verbunden die OG Zürich während vielen Jahren die Geschicke der GSKF.

1935 erfolgte die Gründung der Samenaustauschorganisation (TOS). Je nachdem, wer die TOS führte, erlebte diese Institution ihre Hochs und Tiefs. 1971 wurde erstmals der Antrag gestellt, die TOS aufzulösen. Im letzten Moment wurde aber wieder jemand gefunden, der bereit war, die Samen zu verteilen. Mit der Zeit kamen immer mehr Händler mit einem reichen Samenangebot, so dass das Interesse an der TOS immer mehr zurückging und diese 1987 endgültig aufgelöst wurde.

Am 14. September 1935 wurden für die JHV in Cademario die ersten gültigen Statuten der GSKF gedruckt. Die ersten von Ernst Mantel entworfenen Statuten erlebten nie die Druckreife. Die Statuten von 1935 waren bis zur Totalrevision am 12. März 1972 in Basel gültig. Die nächste Statutenrevision liess nicht mehr so lange auf sich warten und erfolgte bereits am 20. März 1983 in Zurzach.

1941 erfolgte der erste Antrag für die Durchführung einer Kakteenbörse.

Im Jahre 1942 wurde -auf Veranlassung der OG Zürich -der Wissenschaftliche Fonds, “WF“, gegründet. Diese Gründung wurde 1944 von der SKG an der JHV in Zug anerkannt und zur neuen Institution ernannt.

1946 erfolgte die Einführung der Patronatsmitgliedschaft zur Finanzierung des WF. Dann kam die Gründung des Kuratoriums des WF. Diese Institution bezweckte die Förderung der wissenschaftlichen Studien der Sukkulentenforschung und die Herausgabe der Literatur.

In der Folge entstanden zwischen 1946 und 1963 die Jahrbücher der Schweizerischen Kakteen-Gesellschaft mit der Sukkulentenkunde I bis VIII.

1974 wurde der WF mangels Interesse an den Jahrbüchern und infolge eines Überangebots an einschlägiger Literatur aufgelöst.

Das Kuratorium blieb bis 1979 bestehen und wurde dann aufgelöst. Die Bücher und die Kasse gingen an die SKG über.

Ebenfalls 1942 erfolgte die Herausgabe der Mitteilungen, da die Monatsschrift der DKG infolge der Kriegswirren nicht mehr erschien.

1943, anlässlich der JHV in Baden, wurde erstmals die Bezeichnung “Badener Tagung“ verwendet.

1944 war ein bewegtes Jahr. Die GSKF wurde umgetauft und heisst seither Schweizerische Kakteen-Gesellschaft (SKG). Es entstand ein neues Vereinsabzeichen. Die SKG erlebte ihre erste Finanzkrise.

1948 stellte die OG Basel den Antrag, die Bezeichnung ‘OG‘ durch “Sektion“ zu ersetzen, mit der Begründung “OG ist unschweizerisch“.

1949 erfolgte unter Mithilfe des Mitteilungsblattes der SKG die Neugründung der DKG.

1950 erfolgte, wieder auf Veranlassung der OG Zürich, aber unter Beteiligung des WF der SKG vom 27.-30. September, die Gründung der IOS (Internationale Organisation für Sukkulentenforschung).

1952 unternahmen 60 Teilnehmer die erste durch die SKG organisierte Reise an die Côte d’Azur.

1954 erschien das Silvabuch “Kakteen“ von Kupper und Roshardt. Kupper starb kurz vor der Fertigstellung des Bildbandes, so dass Hans Krainz im Namen der SKG die Fertigstellung übernahm. 1958 erschien der Bildband “Sukkulenten“ von Krainz und Roshardt.

1957 erfolgte die gemeinsame Herausgabe der KuaS durch die drei deutschsprachigen Gesellschaften der DKG, GÖK und SKG, nachdem die Zeitschrift seit 1949 durch die DKG herausgegeben worden war. Ab diesem Datum war die KuaS das offizielle Organ der SKG. Der Druck erfolgte beim Verlag “Franksche Verlagshandlung Stuttgart“.

Seit 1972 wird die Zeitschrift bei der Druckerei Steinhart in Titisee gedruckt.

Im gleichen Jahr wurde der Hauptvorstand um 1-3 Beisitzer erweitert, damit die Romands auch im HV vertreten sind.

1959 wurde die Bodensee-Tagung ins Leben gerufen. Die SKG war jedoch nicht offiziell daran beteiligt. Seit 1980 wird diese im 3-Jahres-Turnus durch die SKG in der Schweiz organisiert.

Bodenseetagung 1961

In der Zwischenzeit war die SKG auf 16 Ortsgruppen angewachsen, mit einem Mitgliederbestand von ca. 650 Mitgliedern. Die folgenden Jahre waren nicht mehr so stark durch Neuerungen geprägt. Es entstand eine Periode der Konsolidierung und eines Ausbaus der bestehenden Strukturen. Einige der Institutionen verloren an Interesse und wurden aufgelöst.

Die Mobilität nahm zu. Der Wohlstand breitete sich aus und damit wuchsen die Möglichkeiten, Pflanzen und Samen zu beschaffen. Die wissenschaftliche Betätigung nahm immer mehr ab, und allmählich entwickelte sich das Kakteensammeln zur Freizeitbeschäftigung einer breiteren Bevöl­kerungsgruppe. Vermehrt wurden Tagungen mit Pflanzenverkäufen und Diavorträgen abgehalten, im Gegensatz zu den Kakteen-Lehrgängen der früheren Jahre.

So wurden 1978 die Pflanzen- und Schatzungskommission, die Diathek und ein Ressort Werbung gegründet. 1979 wurde eine Aussaatgruppe ins Leben gerufen, die aber nach einigen Jahren wieder aufgelöst wurde.

Um die Meinungsbildung in den OG’s zu fördern und um mehr Zeit zum Diskutieren der Traktanden zu haben wurde die Präsidentenkonferenz ab 1978 als eigenständige Tagung geführt. Der Zeitpunkt der Tagung lag ca. 5 Wochen vor der Jahreshauptversammlung (JHV).

1980 erfolgte an der ‘Grün 80“ eine grosse Kakteenausstellung zum 50-jährigen Bestehen der SKG.

Im Dezember 1980 beschloss der Hauptvorstand (HV), die Präsidentenkonferenz in Zukunft zweitägig zu gestalten. Dies soll dazu beitragen, dass sich die OG-Präsidenten besser kennen lernen.

Im November 1982 wurde die SKG-Pflanzenobmännertagung unter der Leitung der Pflanzenkommission eingeführt.

1983 entstand ein erster schöner Faltprospekt zu Werbezwecken, dem weitere folgten.

1986 hielt die EDV auch bei der SKG Einzug. Ein neuer eigener PC sollte die Tätigkeit des Sekretärs erleichtern.

“Grosse Taten“, wie sie in der Gründungs- und Aufbauphase vollbracht wurden, wird es sicher nicht mehr geben. Aber eine Weiterentwicklung der SKG, damit sie ihre Aufgaben erfüllen kann, wird ein stetes Anliegen aller heutigen und zukünftigen Verantwortlichen sein.

 

Die SKG von 1990-2005

 

1990 wurde anlässlich der JHV der Sektion Basel der Grundstein zur Gründung der ‚Organisation zum Schutz bedrohter Sukkulenten’ (OzSbS) gelegt. 1992 wurde die OzSbS dann durch die SKG-JHV offiziell als Unterorganisation der SKG gegründet.

1991 trat die OG Lausanne nach 25 Jahren wieder der SKG bei. Man war nun wieder bestrebt, vermehrt auch die Westschweiz in die SKG zu integrieren. Diese Bemühungen wurden an der JHV 1991 mit der Schaffung eines ‚Correspondant Romand’ unterstrichen. Denn seit der Umbenennung des Beisitzers in Pflanzenkommission war die Westschweiz nicht mehr im Hauptvorstand vertreten. Diese Stelle konnte dann 1992 besetzt werden. Dies zeigte 1993 weitere Früchte mit der Aufnahme der OG Valais in die SKG. Die Cactusmania 1994 in Genf wird für alle Teilnehmer ein unvergessliches Ereignis bleiben. Diese Tagung hatte eine Grösse, wie man es bis dahin in der SKG für eine JHV nicht gekannt hatte.

Trotz aller Bemühungen gelang es nicht, die Mitgliederzahl zu steigern. Das riesige Freizeitangebot ohne Verpflichtungen hielt noch immer viele junge Kakteeninteressierte davon ab, der SKG oder einer Ortgruppe beizutreten. So musste 1997 die OG Freiamt nach 31 Jahren aufgelöst werden. Und es ist nicht auszuschliessen, dass weitere folgen werden.

1992 präsentierte die SKG ihr erstes Kakteensubstrat, das nach Vorgabe der Pflanzenkommission gemischt worden war. Bereits 1995 wurde eine neue verbesserte SKG-Mischung durch einen neuen Mischbetrieb hergestellt. Diese Zusammenarbeit hat bis heute Bestand. Und das SKG-Substrat ist ein begehrter Artikel, werden doch pro Jahr ungefähr 1,5 Tonnen umgesetzt.

Seit 1995 ist die SKG auch auf dem Internet unter dem Namen www.kakteen.org präsent. Damit soll vor allem auch die jüngere Generation angesprochen werden. Das Angebot wird hier laufend erweitert.

1996 wurde die erste SKG-Verkaufstagung in Dornach durchgeführt. Diese Verkaufstagung soll nun turnusgemäss alle 3 Jahre durchgeführt werden, wobei jede Ortsgruppe sich für die Durchführung bewerben kann.

1998 konnte die Pflanzenkommission ihren ersten Pflanzenlehrgang mit dem Thema „Schädlinge und Krankheiten“ vorstellen.

1999 wurde dann die 2. SKG-Verkaufstagung in Tolochenaz durchgeführt. Dies war in zweierlei Hinsicht ein Erfolg. Zum einen konnte die Tagung einen sehr grossen Besucherandrang verzeichnen. Endlich hatte man in der Westschweiz wieder einmal ein riesiges Kakteen- und Sukkulentenangebot direkt vor der Haustüre. Zum anderen spannten die Westschweizer Ortsgruppen zusammen und organisierten diese Tagung vorbildlich.

An der JHV 2000 wurden neue Statuten genehmigt. Diese wandelten den Vorstand in einen geschäftsführenden Hauptvorstand (HV) und einen erweiterten Vorstand mit Spezialaufgaben (EV) um. Damit wurde dem Anliegen Rechnung getragen, dass Mitglieder ein Amt ausüben würden, wenn sie nicht an Vorstandssitzungen teilnehmen müssen.

Auf Ende 2004 verliess die OG Valais nach 11 Jahren Mitgliedschaft bereits wieder die SKG. Hauptgrund war, dass die SKG vornehmlich in deutscher Sprache korrespondiert.

Im Juni 2005 feierte die SKG ihr 75-jähriges Bestehen mit einer grossen Sonderausstellung im Botanischen Garten beim Spalentor in Basel. Während 4 Tagen konnten sich die interessierten Besucher umfassend über Kakteen und andere Sukkulenten informieren. Es war dies wieder einmal eine JHV ähnlich 1994, wie man sie sich eigentlich jedes Jahr wünschen würde.

 

 

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